Eins war uns bei unserer Hausbauplanungsphase immer wichtig: Unabhängig von Versorgern zu sein. Im Besonderen von Wasser-, Gas- und Stromlieferanten. Daher kam für uns zum Beispiel eine Gas-Solarthermie als Heizungsanlage, welche von den meisten Hausbaufirma standardmäßig angeboten wird, nicht in Frage. Und das, obwohl bei uns am Grundstück Gas anliegt.

Wasser, um zum Beispiel den Garten zu bewässern, können wir über einen Brunnen beziehen und ebenso Strom könnte man zu einem Großteil über eine Photovoltaikanlage generieren.

Deshalb kam für uns eigentlich nur eine der aktuell gängigsten strombetriebenen Heizungsanlagen in Frage: Erdwärme, Wasser-Wasser-Wärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sowohl Erdwärme, als auch eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe waren uns in der Anschaffung zu teuer, denn sie kosten ca. 20.000 €. Auch wenn sie größtenteils förderfähig sind. Jedoch sind wir ja leider auch keine 20 Jahre mehr jung, damit sich die Kosten über 60 Jahre wohnen im Haus, amortisieren würden.

Daher haben wir uns für die preisgünstigere Alternative entschieden: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Denn diese Art von Wärmepumpe gehört mittlerweile bei Neubauten zu den meist verwendeten Heizungsarten in Deutschland. Man kann je nach Modell auch staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen. Die jährlichen Stromkosten belaufen sich je nach Modell und Region auf ca. 1.000 €.

Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die kostenfreie Umgebungsluft und saugen über ein Splitgerät die warme Luft von außen, um das Hausinnere zu beheizen. Das kann man sich am besten am Beispiel eines Kühlschrankes vorstellen, nur eben als umgekehrtes Prinzip. Ein Kühlschrank leitet die warme Luft nach außen. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe leitet die Wärme aus der Luft in das Innere des Raumes. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Lage, der Umgebungsluft auch bei niedrigen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius Wärme zu entziehen.

Das funktioniert durch einen Wärmetauscher in der Wärmepumpe. Die Wärme wird auf ein darin enthaltenes flüssiges Kältemittel übertragen. Ein Kältemittel, das bereits bei niedriger Temperatur seinen Aggregatzustand in gasförmig ändert, verdampft. Um diesen Kältemitteldampf auf ein für Heizung und Warmwasserbereitung nutzbares Niveau anzuheben, wird er mit Hilfe eines Verdichters komprimiert. Der Druck wird durch diese Kompression erhöht und die Temperatur des Gases steigt weiter an. Die dadurch gewonnene Wärme wird an die Heizung (z.Bsp. Fussbodenheizung) abgegeben.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt im Gegenzug zu anderen Wärmepumpen keine separate Genehmigung. Sie nimmt auch nur sehr wenig Platz (ca. 1m3) im Keller oder HWR weg. Damit es keine Beschwerden gibt, sollte das Außen-Splitgerät aufgrund seiner Geräusche nicht direkt zum Nachbarn zeigen,

Für welche Luft-Wasser-Wärmepumpe haben wir uns entschieden?

Wir haben uns für eine der Firma Viessmann entschieden. Model Vitocal 200-S mit einem Außensplitgerät und einem 300l Komfort-Wasserspeicher. Alternativ gab es noch die Firma NIBE zur Auswahl, dort sahen wir allerdings Probleme beim Wartungsintervall. Da es sich bei NIBE um eine schwedische Firma handelt und es nicht so viele Vertragshändler mit entsprechender Wartungsgenehmigung bei uns in der Nähe gibt. Deswegen haben wir uns gegen NIBE entschieden.

Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Der Aufpreis von einer Heizungsanlage Gas-Solarthermie auf diese Luft-Wasser-Wärmepumpe von der Firma Viessmann (Modell Vitocal 200-S) belief sich bei uns auf 6.148 € (Stand Kaufdatum 04/2019 über Kern-Haus Leipzig). Im Preis enthalten sind die Installation, die Wärmepumpe, das Außen-Splitgerät und ein 300l Komfort-Wasserspeicher.

Vorteile der Viessmann Vitocal 200-S:
  • Umweltfreundlich
  • Sehr leise Außeneinheit (Splitgerät)
  • Energieeffizient, geringe Betriebskosten durch hohen COP-Wert
  • Modernes, zeitloses Design – Made in Germany
  • Heizen und Kühlen in einem Gerät
  • Vorbereitet zum Verbrauch von selbst erzeugtem Strom über Photovoltaik-Anlagen
  • Internetfähig über kostenlose ViCare App und Vitoconnect (optional)
  • Maximale Vorlauftemperatur bis 60 °C
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Viessmann Vitocal 200-S


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